Malerei auf Leinwand

Mediation im Verein

Haben Sie sich schon einmal ehrenamtlich in einem Verein engagiert? Werden Menschen nach ihrer Motivation für ihr Engagement gefragt, fällt häufig die Antwort, " für diese Sache zu brennen", "Sinn in dieser Tätigkeit zu finden" und "etwas zurückgeben" zu wollen. Investiert wird das wertvolle Gut der eigenen Zeit. Im Idealfall erhält man im Gegenzug eine sinnstiftende Tätigkeit und Anerkennung dafür.

Doch was geschieht, wenn diese Anerkennung ausbleibt? Und sich stattdessen ein Gefühl des "sich Abrackerns und nicht gesehen werden" einstellt? Dies führt häufig zu Frustration und Ärger. Vor allem, wenn es anderen auch so ergeht und diese aufgrund der eigenen Frustration ihren Teil zur verschlechterten Stimmung beitragen.  

 

So war dies der Fall in einem kleinen Verein, der auf ehrenamtlicher Basis Deutschkurse für Geflüchtete anbietet. Die Lehrenden investierten viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts. Die Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern war aufgrund der Sprachbarriere nicht immer einfach. Es kam oft zu Missverständnissen, sodass die Lehrenden vor nur halbvollen Kursen saßen und die Inhalte häufig wiederholt werden mussten, was auch zu Unmut unter den Kursteilnehmenden führte. 

Da dieses Problem strukturell war, ging es vielen Lehrenden so: kam es zu Begegnungen auf dem Flur, prallte Gereiztheit auf Genervtheit und die individuelle Frustration wuchs.

Die Vereinsleitung, die für die Koordination der Kurse zuständig ist, bekam von alldem nichts mit. Musste aber mit der Konsequenz leben, dass einige Lehrende nach nur wenigen Wochen ihre Tätigkeit aufgaben. 

Als mit dem Weggang eines Lehrenden ein Konflikt ausbrach, kam es zu einer Mediation. 

Die Mediation gab den Lehrenden die Chance gehört zu werden. Sie konnten ihre Frustration und ihren Ärger verbalisieren und feststellen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Gefühlen. Die Vereinsleitung hat erkannt, dass neben der Koordinierung, die regelmäßige Stimmungsabfrage und das Ausdrücken von Wertschätzung zu ihren zentralen Aufgaben gehören. In der Folge wurden kreative Lösungen für eine bessere Kommunikation mit den Kursteilnehmenden, aber auch zwischen den Lehrenden gesucht. Gemeinsame Interessen und Ziele wurden herausgearbeitet und halfen dabei, dass die Ehrenamtlichen sich (wieder) als Team gesehen haben, welches gemeinsam die freie Zeit für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Geflüchteten investiert.